Reparieren – wieder im Trend? (mittel)

OLYMPUS DIGITAL CAMERALetzte Woche ist das zweite Handy meines Lieblingsmodells kaputtgegangen. Es hat zwei Jahre lang wunderbar funktioniert, aber dann wurde plötzlich der Bildschirm weiß. Genauso wie bei meinem letzten Telefon. Was mache ich jetzt damit? Werfe ich es weg? Repariere ich es? Ich habe es erstmal ins Regal gelegt. Beide Handys haben genau zwei Jahre funktioniert.
Wenn ich an den Wasserkocher meiner Eltern denke, der vor einem Monat nach ungefähr 15 Jahren Gebrauch kaputtgegangen ist, frage ich mich, was mit den technischen Geräten passiert ist.

Viele Geräte gehen vorzeitig kaputt – viel früher als die Geräte, die man vor vielen Jahren gekauft hat. Viele Menschen denken, dass die Produzenten in ihre Geräte mit Absicht Stellen einbauen, durch die sie vorzeitig kaputtgehen. Sie sprechen von „Sollbruchstellen“ und von „geplanter Obsoleszenz“. Das bekannteste Beispiel ist wohl das „Glühbirnenkartell„: einige Glühbirnen-Produzenten hatten verabredet, dass die Lampen nur 1000 Stunden brennen dürfen. Sie bauten Drähte in schlechter Qualität in die Lampen ein, und nach 1000 Stunden gingen sie kaputt. Ein anderes Beispiel sind Laser- und Tintenstrahldrucker. In vielen Druckern gibt es einen Chip, der zählt, wie viele Seiten man insgesamt druckt. Nach einer bestimmten Zahl von Seiten druckt der Drucker nicht mehr. Dann muss der Kunde sein Gerät zur Wartung bringen, die teuer ist. Es gibt noch viele andere Beispiele.

Die meisten Konsumenten werfen ihre Geräte weg, wenn sie kaputtgehen. Denn die Reparatur ist teuer und ein neues, moderneres Gerät können sie schon günstig kaufen. Und selbst reparieren? Das ist schwierig, weil die meisten Produzenten keine Reparaturanleitungen herausgeben.

Jetzt gibt es eine neue Bewegung – die Repair-Bewegung. Sie werfen kaputte Geräte nicht weg, sondern reparieren sie. Es gibt bereits Repair-Cafés in Berlin, München, Mainz und anderen deutschen Städten. Dort können Konsumenten ihre kaputten Geräte unter Anleitung von Experten reparieren. Die Bewegung hat im Jahr 2009 in Holland begonnen. Auch im Internet ist die Bewegung zu finden: „iFixit“ ist die größte Repair-Community und stellt kostenlos Reparaturanleitungen ins Netz. Dort kann man schon 2000 Anleitungen finden, um sein iPhone, seinen Toaster, sein Auto und viele andere Geräte zu reparieren.

Natürlich wäre es noch besser, gar keine Geräte zu kaufen, die schnell kaputtgehen. Aber wie kann man sie erkennen? Stefan Schridde aus Berlin hat sich darüber Gedanken gemacht. Er hat mit „murks-nein-danke.de“ eine Website geschaffen, auf der Konsumenten sagen, mit welchen Geräten sie Probleme haben. Und es gibt auch einige Firmen wie Dell, HP und Lenovo, die Reparaturanleitungen anbieten.

In meinem Viertel hat gerade ein Handy-Hospital eröffnet. Vielleicht bringe ich mein Lieblingstelefon dorthin und lasse es reparieren.

 

Quelle für Informationen: Technology Review 4/2013, ab S. 50
Foto: http://www.flickr.com/photos/eniak-info/4073117692/sizes/s/in/photostream/

 

Wörter
kaputtgehen=to break down
das Gerät, die Geräte=device,s
vorzeitig=early
mit Absicht=on purpose
die Sollbruchstelle=predetermined breaking point
geplant<-planen=to plan
die Glühbirne=light bulb
das Kartell=cartel
bauten…ein<-einbauen=to install
der Draht, die Drähte=wire,s
die Wartung=maintenance
wegwerfen=to throw away
die Reparaturanleitung=repair instructions
herausgeben=to publish
ins Netz stellen=to put online
der Murks (umgangssprachlich)=botch (colloquial)
geschaffen<-schaffen=to create

 

ÜBUNGEN

Vorm Lesen:

Bevor du den Artikel liest, überlege dir Folgendes:

1. Welche elektronischen Geräte hast du? Schreibe eine Liste.
2. Welche davon sind ganz neu?
3. Sind dir in der letzten Zeit Geräte kaputtgegangen? Was hast du damit gemacht?
4. Welche Geräte hast du in deinem Leben schon repariert?
Beim Lesen:

Lies den Text und finde heraus, welche Antwort richtig ist.

Ich habe das kaputte Telefon
a. weggeworfen.
b. repariert.
c. behalten.

Viele Konsumenten denken, dass Produzenten
a. besonders stabile Geräte herstellen.
b. Geräte herstellen, die früher kaputtgehen.
c. kaputte Geräte verkaufen.

Das Reparieren
a. macht den meisten Konsumenten Spaß und sie freuen sich, wenn sie basteln können.
b. ist schwierig, weil die Konsumenten keine Reparaturanleitungen haben.
c. ist schwierig, weil die Reparaturanleitungen zu kompliziert sind.

In Repair-Cafés kann man kaputte Geräte
a. reparieren lassen.
b. selbst reparieren.
c. reparieren und verkaufen.

 

Nach dem Lesen:

1. Warum habe ich mein Handy erstmal ins Regal gelegt?
2. Was möchte ich mit dem Beispiel des Wasserkochers sagen?
3. Was bedeutet „geplante Obsoleszenz“ und was hat das „Glühbirnenkartell“ gemacht?
4. Warum geben die meisten Firmen keine Reparaturanleitungen heraus?
5. Was machen „iFixit“ und „murks-nein-danke.de“?

 

Fülle die Lücken:

Letzte Woche ist das zweite Handy meines Lieblingsmodells _______________________ . Es hat zwei Jahre lang wunderbar __________________, aber dann wurde plötzlich der Bildschirm weiß. Genauso wie bei den letzten zwei Telefonen. Was mache ich jetzt damit? _________ ich es _______? ____________ ich es? Ich habe es erstmal ins Regal _____________. Beide Handys haben genau zwei Jahre _____________________. Wenn ich an den Wasserkocher meiner Eltern ____________, der vor einem Monat nach ungefähr 15 Jahren Gebrauch ________________________ ist, _____________ ich ____________, was mit den technischen Geräten _________________ ist.

Viele Geräte _____________ vorzeitig _______________ – viel früher als die Geräte, die man vor vielen Jahren ____________ __________. Viele Menschen _________________, dass die Produzenten in ihre Geräte __________________ Stellen _______________, durch die sie _________________ kaputtgehen. Sie sprechen von „__________________“ und von „_________________ Obsoleszenz“. Das bekannteste Beispiel ist wohl das „________________________„: einige Glühbirnen-Produzenten hatten verabredet, dass die Lampen nur 1000 Stunden brennen _______________. Sie ___________ Drähte in schlechter Qualität in die Lampen ________, und nach 1000 Stunden _____________ sie ____________. Ein anderes Beispiel sind Laser- und Tintenstrahldrucker. In vielen Druckern ________________einen Chip, der ___________, wie viele Seiten man insgesamt druckt. Nach einer bestimmten Zahl von Seiten _______________ der Drucker nicht mehr. Dann muss der Kunde sein Gerät zur ____________________ bringen, die teuer ist. Es gibt noch viele andere Beispiele.

Die meisten Konsumenten _____________ ihre Geräte __________, wenn sie kaputtgehen. Denn die Reparatur ist teuer und ein neues, ___________________ Gerät können sie schon _______________ kaufen. Und selbst ________________? Das ist schwierig, weil die meisten Produzenten keine _____________________________ herausgeben.

Jetzt gibt es eine neue ____________________ – die Repair-__________________. Sie werfen kaputte Geräte nicht weg, _______________ reparieren sie. Es gibt bereits Repair-Cafés in Berlin, München, Mainz und anderen deutschen Städten. Dort können Konsumenten ihre kaputten Geräte _________ _______________ von Experten reparieren. Die Bewegung hat im Jahr 2009 in Holland _________________. Auch im Internet ist die Bewegung zu _______________: „iFixit“ ist die größte Repair-Community und ____________ kostenlos Reparaturanleitungen ______ ___________. Dort kann man schon 2000 Anleitungen finden, um sein iPhone, seinen Toaster, sein Auto und viele andere Geräte _____ _____________________.

Natürlich _________ es noch besser, gar keine Geräte zu kaufen, die schnell kaputtgehen. Aber wie kann man sie ______________? Stefan Schridde aus Berlin hat sich darüber _____________ ________________. Er hat mit „murks-nein-danke.de“ eine Website ________________, auf der Konsumenten _______________, mit welchen ________________ sie Probleme haben. Und es gibt auch einige _______________ wie Dell, HP und Lenovo, die Reparaturanleitungen ____________________.

In meinem Viertel hat gerade ein Handy-Hospital ______________________. Vielleicht _________________ ich mein Lieblingstelefon dorthin und lasse es reparieren.

 

Was denkst du?

Würdest du in ein Repair-Café gehen? Und würdest du „iFixit“ oder „murks-nein-danke.de“ besuchen? Wie findest du die Repair-Bewegung?

 

 

Welche Wörter hast du heute gelernt? Schreibe sie auf.

Deutsch                                                        Englisch/meine Muttersprache

 

 

 

 

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